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Nabelschnurblut als künftiges Medikament für Alzheimer, Parkinson und Querschnittlähmung

Ao Univ. Prof. Dr. Karl-Heinz Preisegger

In den letzen Jahren sind zahlreiche Arbeiten erschienen, in denen in Tiermodellen gezeigt werden konnte, dass Stammzellen des Nabelschnurblutes eine Reihe von Erkrankungen des Nervensystems symptomatisch verbessern können. Beispielsweise konnten durch den Einsatz von Stammuzellen die Symptome der Parkinson


Nabelschnurblut als Medikament der Zukunft

In den letzen Jahren sind zahlreiche Arbeiten erschienen, in denen in Tiermodellen gezeigt werden konnte, dass Stammzellen des Nabelschnurblutes eine Reihe von Erkrankungen des Nervensystems symptomatisch verbessern können. Beispielsweise konnten durch den Einsatz von Stammuzellen die Symptome der Parkinson´schen Erkrankung hinausgezögert werden. Tiere, deren Rückenmark künstlich verletzt wurde (was zu eine Querschnittlähmung führt) erholten sich durch Stammzellen aus dem Nabelschnurblut wesentlich besser und es gibt auch eindrucksvolle Erfolge bei der Behandlung von amyotropher Lateralsklerose (einer Muskelschwächeerkrankung).

Hoffnung bei Alzheimer, Parkinson und Querschnittlähmung - aktueller Stand der Forschung und Perspektiven für die künftige Anwendung Erfolgreiche Behandlung von Parkinson im Tierversuch

So haben Ende und Chen (Leuk Lymphoma:1287- 1299, 2003) von der New Jersey Medical School, USA, in einem neuen Tiermodell gezeigt, dass menschliche Nabelschnurblutstammzellen in einer bisher noch nie berichteten Art und Weise im Stande sind die Symptome einer Parkinson’schen Erkrankung hinaus zu zögern und das Leben solcher Tiere zu verlängern. Diese Forscher konnten auch nachweisen, dass dies auch mit Knochenmarkstammzellen möglich ist, Nabelschnurblutstammzellen waren diesen aber eindeutig überlegen.

Erfolgreiche Behandlung von Querschnittlähmung im Tierversuch
Über einen weiteren Erfolg betreffend die Behandlung von Nervenschäden mit Nabelschnurblut berichteten kürzlich Saporta und Mitarbeiter (Journal of Hemotherapy and Stemcell Research:271-278, 2003) von der University of South Florida College of Medicine, Tampa, USA. Diese Forscher und Ärzte führten Studien mit Tieren durch, deren Rückenmark künstlich verletzt wurde, sodass dabei Symptome wie bei einer Querschnittslähmung auftreten. Jene Tiere, die am 5. Tag nach der Verletzung menschliches Nabelschnurblut zur Behandlung erhalten haben, erholten sich von diesen Schäden signifikant besser als die nicht behandelten Kontrolltiere.

Lateralsklerose und Nabelschnurblut
Gurbuzova-Davis und Mitarbeiter vom „Department of Neurosurgery“ / University of South Florida in Tampa (Journal of Hemotherapy and Stem Cell Research: 255-270, 2003) konnten einen eindrucksvollen positiven Effekt von Nabelschnurblut-behandlungen bei amyotropher Lateralsklerose, einer Muskelschwächeerkrankung, darstellen. Besonders interessant bei dieser Arbeit ist die Erkenntnis gewesen, dass nicht nur zu Grunde gegangene Nervenzellen durch Nabelschnurblutstammzellen ersetzt werden, sondern auch Schutzmechanismen durch Veränderung der Immunlage erreicht werden konnte.

Schäden des Nervensystems – Therapiemöglichkeit Nabelschnurblut
Wenngleich diese und auch andere präklinischen Studien noch kein absoluter Beweis dafür sind, dass Nabelschnurblut auch beim Menschen ähnliche Wirkung haben wird, so zeigen sie, dass Nabelschnurblut offensichtlich die momentan aussichtsreichste künftige Behandlungsform von schweren Schäden des Nervensystems, einschließlich Querschnittslähmungen, ist. Keine anderen Therapieansätze haben bislang im Tierversuch bei solchen schweren Nervenschäden zu nur annähernd guten Ergebnissen geführt wie die Behandlung mit Nabelschnurblut. Beim Menschen wird sich dies erst zeigen können wenn Menschen mit eigenem Nabelschnurblut behandelt werden können, also wenn betroffene Personen ihr eigenes Nabelschnurblut vorsorglich eingelagert haben. Fremdes ist wegen der zu erwartenden Abstoßungsreaktionen für solche Behandlungen momentan nämlich noch nicht geeignet.
Aufgrund einer Unzahl von hochrangigen wissenschaftlichen Publikationen lässt sich ableiten, dass Nabelschnurblut in Zukunft eine enorme Wertsteigerung in Aussicht hat und den schon heutigen Wert als Substrat für Knochenmarktransplantationen möglicherweise um ein Vielfaches multiplizieren wird können.