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Aktuelle Presseaussendungen
Embryonale Stammzellen versus Adulte Stammzellen
Adulte Stammzellen scheinen aus medizinischer Sicht Vorteile gegenüber
embryonalen Stammzellen zur besitzen
Ethische Diskussion überlagert medizinische Aspekte
Um das Thema embryonale Stammzellen werden ethische und politische Debatten
geführt. Viele Regierungen und Parlamente beschäftigen sich
damit. Problematisch scheint bei der embryonalen Stammzelle die Gewinnung
aus Embryonen. Hier stellt sich vor allem die Diskussion, ob im Rahmen
einer künstlichen Befruchtung übrig gebliebene befruchtete Eizellen
dafür herangezogen werden dürfen.
Unbestritten hingegen ist die ethische Unbedenklichkeit der Stammzellen
aus dem Nabelschnurblut und dem Knochenmark von Erwachsenen (beide werden
als adulte Stammzellen bezeichnet). Aber auch aus biologischer und medizinischer
Sicht scheinen adulte Stammzellen Vorteile gegenüber embryonalen
Stammzellen zu besitzen.
Auch adulte Stammzellen sind pluripotent
Im wissenschaftlichen Vergleich zwischen adulten und embryonalen Stammzellen
schnitten die Zellen aus Embryonen bisher besser ab, weil sich aus ihnen
erwiesenermaßen jede Art von Zellen gewinnen lässt. Das Entwicklungspotenzial
adulter Zellen hingegen galt als begrenzt. Doch in den letzten Jahren
häufen sich die Beweise, dass auch adulte Stammzellen, beispielsweise
aus Knochenmark, Nabelschnurblut, Fettgewebe oder Gelenkskapseln extrem
vielseitig sind. Adulte Stammzellen können ebenfalls praktisch alle
spezialisierten Zellen des Körpers bilden. Viele Experten sind sich
heute einig, dass diese Zellen, ähnlich wie embryonale Stammzellen
(ES-Zellen), «pluripotent» sind.
Adulte Stammzellen sind zeitlebens im Körper vorhanden und regenerieren
Gewebe
Die Anwendung von adulten Stammzellen am Menschen ist im Gegensatz zu
den embryonalen Stammzellen durch Jahrzehnte lange Erfahrung erprobt und
gilt als sicher. Adulte Stammzellen, also auch Stammzellen aus dem Nabelschnurblut,
sind an einen voll entwickelten Menschen gewöhnt und erfüllen
auch im täglichen Leben die Aufgabe der Organregeneration. Bekannte
Beispiele sind die Heilungsprozesse bei Wunden der Haut oder bei Knochenbrüchen.
Embryonale Stammzellen findet man ausschließlich in der Gebärmutter
Diese natürlichen Eigenschaften der adulten Stammzellen in Bezug
auf Organreparatur stehen in scharfem Kontrast zu denen embryonaler Stammzellen.
Embryonale Stammzellen entwickeln sich in unserem Organismus ausschließlich
in der Gebärmutter und tragen die Information zur Bildung eines gesamten
Organismus. Sie sind aber von der Natur her nicht dazu vorgesehen, Reparaturen
eines geschädigten oder sich abnützenden Organs durchzuführen.
Embryonale Stammzellen sind medizinisch bedenklich
Wenn embryonale Stammzellen an einer Stelle des Körpers außerhalb
der Gebärmutter eingebracht werden, wachsen sie unkontrolliert. Im
Unterschied zu adulten Stammzellen können embryonale Stammzellen
außerdem nicht direkt in den Organismus eines Patienten übertragen
werden. Sie müssen zuerst in gewebespezifische Vorläuferzellen
umgewandelt werden. Diese lassen sich aber nicht in reiner Form erzeugen
- einige Zellen verbleiben im embryonalen Zustand. Wachsen diese an der
Injektionsstelle an, können beispielsweise knorpel- oder tumorähnliche
Gebilde anstelle von Nervenzellen entstehen.
Adulte Stammzellen als unbedenkliche Alternative
Dem gegenüber ist bei der Transplantation von adulten Stammzellen
das Risiko einer unkontrollierten Reaktion am Zielort aufgrund der bisherigen
Erfahrungswerte auszuschließen. Adulte Stammzellen aus dem Knochenmark
oder dem Nabelschnurblut können ohne vorherige Manipulation direkt
in das geschädigte Areal eingebracht werden. Durch den Kontakt mit
dem zugrunde gegangenen Gewebe werden sie zur Bildung von Nervenzellen,
Herzkranzgefässen oder Leberzellen angeregt.
Keine Abstoßungsreaktionen bei Behandlungen mit körpereigenen
adulten Stammzellen
Körpereigene adulte Stammzellen besitzen gegenüber embryonalen
Stammzellen einen weiteren, für die klinische Anwendung sehr wichtigen
Vorteil. Aus Knochenmark oder Nabelschnurblut des zu behandelnden Patienten
gewonnen, rufen sie im Gegensatz zu embryonalen Stammzellen, die von einem
fremden Spender beziehungsweise Embryo stammen, keine Abstoßungsreaktion
hervor. Daher kann auch auf Medikamente zur Unterdrückung des körpereigenen
Abwehrsystems, die zu einer generell verminderten oder fehlenden Infektionsabwehr
des Patienten führen und dadurch ein zusätzliches Risiko darstellen,
verzichtet werden.
Klinische Anwendung embryonaler Stammzellen höchst unwahrscheinlich
Das immense Interesse der Forschung an Stammzellen liegt in der berechtigten
Hoffnung begründet, dass sie schon bald bisher unheilbare Krankheiten
heilen könnten. Embryonalen Stammzellen ist ein gewisses Potential
dafür sicherlich nicht abzusprechen. Zu viele unkontrollierbare Eigenschaften
lassen aber eine klinische Anwendung in näherer Zukunft höchst
unwahrscheinlich erscheinen.
Adulte Stammzellen in klinischen Studien bereits erfolgreich zur Reparatur
geschädigter Organe eingesetzt
Viel realer sind die Anwendungsperspektiven für adulte Stammzellen,
weil diese für den Patienten medizinisch gesehen unbedenklich und
sicher sind. In bestimmten krankhaften Situationen, wie z.B. bei einem
Herzinfarkt, konnten die Grenzen der natürlichen Regenerationskraft
der im Körper vorhandenen Stammzellen bereits überwunden werden.
Durch die gezielte Verabreichung von adulten Stammzellen in das geschädigte
Organgebiet konnte eine Regeneration des betroffenen Gebietes (beispielsweise
des Infarktareals) erzielt werden.
Ethische und medizinische Aspekte sprechen für adulte Stammzellen
Die Forschungen und klinischen Beobachtungen der letzten Jahre haben klar
gemacht, dass die Medizin für die Entwicklung von Zell- und Gewebeersatztherapien
nicht notwendigerweise auf embryonale Stammzellen zurückgreifen muss.
Adulte Stammzellen stellen nicht nur aus ethischer, sondern vor allem
auch aus medizinischer Sicht eine respektable Alternative dar.
Zusammenfassung medizinisch-biologischer Aspekte
Embryonale Stammzellen
Wandelbar in alle Zellarten
Bisherige Anwendungen beim Menschen:
Kaum Erfahrung
Bisher nur im Rahmen einer Parkinsonstudie
Nebenwirkungen:
Unkontrollierte Gewebeentwicklung
Tumorbildung
Abstoßungsreaktionen, da körperfremd
Adulte Stammzellen
(Nabelschnurblut, Knochenmark)
Wandelbar in viele Zellarten
Bisherige Anwendungen beim Menschen:
Hunderttausendfach bei Knochenmarktransplantationen erprobt
Zur Knochenheilung bereits routinemäßig eingesetzt
Zur Behandlung von Herzinfarkt und Beingeschwüren in klinischer
Erprobung
Nebenwirkungen:
Bisher keine bekannt
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