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Heiler der Zukunft
Stammzellen: Sie gelten als Hoffnungsträger einer neuen Medizin
Ära. Doch wie weit sind die neuen Wunder-Therapien von der täglichen
Praxis noch entfernt? Wo werden sie bereits erfolgreich eingesetzt? Sie gelten als potenzielle Heiler einer neuen Ära Stammzellen könnten die Medizin revolutionieren. Die Hoffnungen sind groß. Bisher unheilbare Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer, multiple Sklerose, Diabetes oder Hepatitis sollen mit Hilfe der Stammzelltherapie ihren Schrecken verlieren. Weltweit läuft die Forschung auf Hochtouren die Technologien entwickeln sich rasant. Kaum ein Tag vergeht ohne irgendeine neue Sensationsmeldung zum Thema. Erst im Februar sorgte ein koreanisches Forscherteam für Aufregung. Erstmals wurden menschliche Embryonen geklont, aus denen eine Stammzelllinie gewonnen werden konnte. Und wieder einmal rückte das Schreckgespenst die problematische und vieldiskutierte Seite der Stammzellforschung in den Mittelpunkt des Geschehens: die Schaffung menschlicher Klone ausschlie0ßolich zu experimentellen Zwecken. Rund um die Heiler der Zukunft gibt es daher auch eine Vielzahl ethischer Bedenken. Was aber können sich Patienten von den begehrten Zellen tatsächlich erwarten wird es morgen schon möglich sein, ein neues Organ aus der Petrischale zu bestellen, wenn das alte nicht mehr funktioniert? Wird Onkel Doktor von nebenan demnächst zur Spritze greifen und seinen siechen Kunden eine Portion Wunderzellen injizieren, auf dass diese den Körper von innen her restaurieren? Univ.Prof. Markus Hengstschläger, Stammzellforscher und Genetiker am Wiener AKH ist überzeugt: "Vollständige, komplexe Organe aus dem Labor wird es sicherlich niemals geben, aber wir werden Stammzellen einsetzen können, um Organe zu regenerieren." Regeneration statt Reparatur heißt das Ziel der Forscher. Was heute noch operiert und weggeschnitten werden muss, soll durch Stammzellen erneuert, also regeneriert werden. Eine Art Jungbrunnen der kranken Organe hilft Teile ihrer Funktion zu übernehmen. Was im Tiermodell, so Hengstschläger, bereits erfolgreich sei. Siehe Diabetes da gelingt es, Stammzellen zu erzeugen, die in der kaputten Bauchspeicheldrüse Insulin produzieren. Sicher ist, dass bereits in naher Zukunft jede der 220 verschiedenen menschlichen Zelltypen hergestellt werden kann. Hengstschläger: Bis aber daraus eine serielle Therapie wird, dauert es wie bei allen anderen Medikamenten auch. In 10 bis 15 Jahren sind wir vielleicht so weit. Die jüngere Generation wird das wahrscheinlich noch miterleben. Trotz aller Hoffnungen geht es natürlich auch darum, die Langzeitwirkungen und Risiken zu kennen. Zahlreiche Hürden müssen noch überwunden, viele Mysterien geklärt werden. Immer wieder werden die Wissenschafter mit neuern technischen Problemen und Rätseln konfrontiert zudem findet ein heftiger Experten-Streit darüber statt, welche Stammzellen nun die besten seien und zum Einsatz kommen sollen. Adulte gewonnen aus Knochenmark, Blut, diversen Organen, wie Knochen, Knorpel, Fettgewebe, Haut und Darm. Oder embryonale gewonnen aus Embryos in frühen Stadien und deshalb ethisch höchst umstritten. Stammzellen Erwachsener galten bisher als weniger wandlungsfähig, entpuppen sich aber immer mehr das zeigen Forschungsergebnisse als interessant für den therapeutischen Einsatz. Zunehmend wird klar, dass diese ebenfalls vielseitig sind und sich in organfremdes Material verwandeln können, auch wenn die Mechanismen dahinter noch nicht vollkommen entschlüsselt werden konnten. Schon seit Jahren werden Stammzellen aus dem Knochenmark (Stichwort: Knochenmarktransplantation) zur Behandlung von Erkrankungen der Blutbildung erfolgreich eingesetzt. Im Jahr 2001 ist es österreichischen Medizinern erstmals gelungen, mit Hilfe von erwachsenen Stammzellen aus dem Beckenkamm einer Patientin Herzinfarkt zu behandeln. Der Effekt: es kam zur Bildung neuer Blutgefäße im betroffenen Areal. Den meisten der am Institut für Kardiologie, AKH Wien, damit therapierten Patienten geht es nach Aussage des verantwortlichen Arztes Alfred Kocher signifikant besser. Mehr als 50 Forschergruppen arbeiten mit körpereigenen Stammzellen trotzdem wird heftig darum gestritten, ob deren klinischer Einsatz womöglich zu verfrüht sei. Man kenne ihre Wirkungsweise noch gar nicht so genau. Dennoch: um ihr mögliches therapeutische Potenzial eines Tages nutzen zu können, bietet die Grazer Biotechnologie Firma EccoCell an, eigenes Knochenmark zu entnehmen und für einen späteren Einsatz einzulagern, bzw. konservieren zu lassen. Die Idee dahinter: Je jünger, desto regenerationsfähiger sind die Zellen. Deshalb solle man so früh wie möglich mit der Vorsorge beginnen Kostenpunkt 1.800 Euro inklusive Herstellung, der Aufwand für die Lagerung ist wie bei Nabelschnurblut (aus dem auch Stammzellen gewonnen werden) gering. Als Alleskönner gelten embryonale Stammzellen. Da sie in ihrer Funktion noch in keine Richtung festgelegt sind und sich daraus alle 220 Zelltypen entwickeln können, wird man mit ihrer Hilfe vermutlich schneller ans Ziel kommen. Was jedoch gegen ihren breiten Einsatz spricht, ist die Tatsache, dass sie sich aufgrund ihrer vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten auch anderswo ansiedeln und unkontrolliert zu einem Tumor heranwachsen können. Fazit des Experten Hengstschläger: Mit adulten Stammzellen hat man den steinigeren Weg vor sich, die Erfolge dauern länger, aber sie sind die bessere Alternative. Auch aus ethischen Gründen ich will keine Embryonen zu Forschungszwecken verbrauchen, der Preis ist zu hoch arbeitet er mit Stammzellen aus dem Fruchtwasser. Und aus der Überzeugung, dass diese ein ebenso großes Potenzial bergen. Ziel des Mediziners ist es, daraus Nerven und Haut zu entwickeln so ließen sich in Zukunft bei Fehlbildungen, die im Mutterleib festgestellt wurden, (z.B. offener Rücken), schon während der Schwangerschaft Hautzellen aus dem Fruchtwasser herstellen und dem Kind sofort nach der Geburt transplantieren. Der Vorteil: Das Gewebe wird nicht abgestoßen, weil es ja körpereigen ist. Stammzellen im Einsatz Alleskönner Stammzellen
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