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Aktuell Stammzellen - die Jugend der Zellen entscheidet Neue Erkenntnisse eröffnen therapeutische Perspektiven Die Medizin beginnt in neuen Modellen zu denken, stellte Univ.Prof. DDr. Johannes Huber, Vorsitzender der Bioethikkommission der Bundesregierung, unmissverständlich im Rahmen der Veranstaltung Stammzellmedizin quo vadis? heute fest. Immer mehr Publikationen weisen darauf hin, dass die adulten Stammzellen für eine Organreparatur viel früher einsetzbar sein werden als embryonale, was zugleich die ethische Diskussion vereinfachen würde, strich Huber heraus. Die Jugend der Stammzelle scheint eine immer größere Bedeutung zu spielen: Stammzellen aus dem Nabelschnurblut sind biologisches Gold, (...) man sollte diesen biologischen Pool nicht verwerfen. Die weltweite Forschung über Stammzellen nimmt mittlerweile ungeahnte Ausmasse an, beinahe täglich werden medizinische Dogmen über den Haufen geworfen. Neueste Erkenntnisse weisen darauf hin, dass sich z.B. auch Eizellen aus einem Stammzellpool erneuern. Der Präsident der österreichischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin, Univ.Prof. Dr. Herbert Zech, schließt daraus: Wahrscheinlich gibt es eine universelle Stammzelle, die im Knochenmark zu suchen sein wird! Ähnlich den Ei- und Samenzellen verlieren aber auch Stammzellen mit zunehmendem Alter an Aktivität. Nach jüngsten Forschungen wird der Alterungsprozess vom Verhältnis zwischen zellulärer Degeneration und Regeneration bestimmt, erklärte Univ.Prof. Dr. Konrad Schauenstein vom Institut für Pathophysiologie der Medizinischen Universität Graz. Auch Stammzellen sind der physiologischen Alterung unterworfen und verlieren im Laufe der Jahrzehnte an Qualität. Am Beispiel der Arteriosklerose erläuterte Schauenstein, dass junge Stammzellen eine höhere Reparaturfähigkeit des Endothels aufweisen. Diese Entwicklungen legen das Konzept einer vorsorglichen Einlagerung von adulten Stammzellen im jungen Lebensalter nahe. Hier hakt Univ.Prof. Dr. Karl-Heinz Preisegger, Facharzt für Pathologie und Kinderheilkunde, zugleich Gründer von Lifecord und EccoCell, ein: Menschen mit erhöhten Risikofaktoren für Arteriosklerose weisen nachweisbar weniger Stammzellen im Blut auf. Durch den erhöhten Reparaturbedarf wird der Verbrauch von Stammzellen beschleunigt und mündet schließlich in einer Erschöpfung der Regenerationskraft. Der Einsatz von adulten Stammzellen wird in der Medizin heute vielfach untersucht. So wird die Wundheilung von schwer heilenden, offenen Wunden bei Diabetikern unter Verwendung von Stammzellen verbessert. Derzeit machen diese Begleiterkrankungen, laut Preisegger, etwa ein Viertel der stationären Behandlungskosten von zuckerkranken Patienten aus. Im Rahmen der Diskussion erklärte Univ.Prof. Dr. Alfred Kocher von der Abteilung für Herzchirurgie der Universitätsklinik Wien am AKH, dass bei allen Herzinfarktpatienten, die bisher weltweit mit Stammzellen behandelt wurden, entweder eine Verbesserung oder zumindest ein Gleichbleiben der Herzleistung festgestellt werden konnte. Die Kryokonservierung von Stammzellen (dabei werden die Zellen bei minus 170°C gelagert) schafft die Vorausetzung für den späteren therapeutischen Einsatz. So lange man sich jung fühlt, ist es nicht zu spät!, meinte dazu Preisegger. Die Kosten für die Herstellung von Stammzellen aus dem Knochenmark betragen rund € 1.800,-, für Immunzellen aus dem Blut (Gewinnung durch eine Blutabnahme wie beim Blutspenden) rund € 500,-. Die weiteren, jährlichen Lagerungskosten sind wie für Nabelschnurblut sehr gering. Weitere Informationen dazu gibt es bei:
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